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Marching for a better future

Lisa und ich, Vera, gehen heute sehr früh zum Gelände der UN-Klimakonferenz, um uns mit anderen deutschen Delegierten zu treffen. Gemeinsam wollen wir eine Aktion planen. Aber alles muss hier offiziell angemeldet werden: Was wird gemacht? Was steht auf den Plakaten? Was wird gesagt? Und wer sind die Verantwortlichen? Um sich für den Klimaschutz einsetzen zu können, müssen wir einige Regeln beachten. Manche Menschen stoßen auf Hindernisse.
Doch davon lassen wir jungen Menschen uns nicht abhalten.

 

Da heute ein Freitag ist und findet natürlich auch eine große Demonstration von Fridays For Future (FFF) statt. Um auch auf dem Konferenzgelände die Aufmerksamkeit auf die Demonstration zu lenken, gibt es auch eine Aktion von FFF: Klimaaktivist*innen aus Brasilien, Chile, Indien und der UK halten kurze, prägnante Reden, wir anderen Aktivist*innen unterstützen durch viele laute Sprüche: „Power to the people. The people have the power!“ „What do we want? Climate Justice! When do we want it? NOW!“


Danach geht es zur Demonstration in den Kelgrove Park, wunderschön zwischen dem alte Kunstmuseum und dem Unigebäude gelegen. Mit über 30.000 Menschen gehen wir auf die Straße ─ diesmal auch wieder von Greta Thunbergs Worten begleitet. Worte, die sie hier in den ersten Tagen benutzt hat und die danach viral gegangen sind:  „We cannot solve a crisis with the methods, they got us into that in the first place. (…) This is not a climate conference, this is a global-north green washing festival. A two week long celebration of the business as usual. Blah, Blah, Blah!“

Ja, wir wollen mehr als nur leere Worte! ! Wir fordern #NoMoreBlahBlahBlah. Wir jungen Menschen wollen mehr als gesetzlich-nicht-bindende Versprechen und keine von den schicken Reden vieler Sprecher*innen des World Leader Summit. Wir wollen mehr in die politischen Entscheidungsprozessen eingebunden werden. Wir benötigen generationsübergreifende Klimagerechtigkeit. Wir brauchen mehr Klimafinanzierungen, um den Menschen zu helfen, die am meisten von Klimawandel betroffen sind.

 

Nach den vielen Online-Sitzungen und sehr limitierten Zugängen zu den eigentlichen Verhandlungen, war es kurzfristig sehr befreiend und motivierend mit Klimaktivist*innen aus der ganzen Welt und vielen Familien und Schüler*innen gemeinsam zu protestieren!


Am Nachmittag sieht das ein wenig anders aus. Da erkunde ich mit Lisa die Pavillons einzelner Länder, die an der Konferenz teilnehmen. Dort stellen sie ihre Ambitionen und den aktuellen Klima(not)stand dar. Doch auch hier sehen wir wieder deutlich: Die Pavillons sind weder repräsentativ noch gerecht zwischen den Ländern aufgeteilt: je mehr Geld desto pompöser sind Größe und Ausstattung der Pavillons. Nicht zu übersehen sind zum Beispiel Saudi-Arabien, Qatar und Australien; die Pavillions für „Action for Climate Empowerment“ (ACE), Tuvalu und Ruanda sind dagegen winzig und meist minimalistisch. Und so haben Länder, deren Reichtum auf der Ausbeutung fossiler Rohstoffe wie Öl beruht, haben eine deutliche höhere Präsenz und locken mit kostenlosem Kaffee und Dattelsnacks.

Auch hier bedarf es eines neuen und gerechterem Ansatz:  Denn insbesondere die Menschen müssen gehört werden, die bereits jetzt und in Zukunft an den Klimawandelfolgen leiden. Wo bleibt hier die Klimagerechtigkeit? Momentan grüßt hier täglich das „Greenwashing“!


Obwohl es am nächsten Tag regnet, hält uns das Wetter nicht davon ab, auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Denn wir nehmen am „Climate March“ der Initiative „COP 26 Coalition“ teil, die weltweit Menschen zu dem Thema der Klimagerechtigkeit während der COP 26 mobilisiert. Gemeinsam mit Sebastian vom NABU und unseren neuen Freund*innen von der „Royal Society For The Protection Of Birds“ (RSBP) demonstrieren wir wetterfest, unter der großen Attrappe eines Säbelschnäblers, dem Wappentier der RSBP. Mit den anderen Klimaaktivist*innen demonstrieren über 100.000 Klimaaktivist*innen von nah und fern. Sowohl beim „Climate March“ als auch bei der FFF-Demonstration erhalten indigene Bevölkerungsgruppen und Aktivist*innen aus den am schlimmsten betroffenen Ländern des Klimawandels (MOPA) endlich die Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht. Und das ist auch dringend nötig: „While we are on the front lines of the climate crisis, we are not of the front pages of the world´s newspaper!”, fasste Vanessa Nakate treffend vor der COP26 zusammen.

Die NAJU vor Ort

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