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Stillstand der Verhandlungen – und jetzt Action!

Acht Tage Klimakonferenz liegen nun hinter uns.

Acht Tage, in denen die Verhandlungen kein Zeichen von wirklichen Ambitionen oder signifikanten Fortschritt zeigten. In einer Zeit, in der Lebensgrundlagen gefährdet und das Artensterben weit vorangeschritten ist, stellen wir uns die Frage, was noch passieren muss, damit die Verhandler*innen den Ernst der Lage verstehen und in die Verhandlungsräume mitnehmen. Emissionshandel, Klimaschutzziele, Finanzierungen, vor allem für Schäden und Verluste in Ländern des globalen Süden.

Fast alle Zwischenergebnisse lassen an Ambitionen zu wünschen übrig.

 

Nicht nur wir sehen das so, auch viele weitere Beobachter*innen. Deshalb haben sich die verschiedenen Konstituierungen der Klimarahmenkonvention zusammengetan, um eine Aktion zu planen und unserem Unmut Ausdruck zu verleihen.

Aktionen müssen in jedem Fall frühzeitig angemeldet und genehmigt werden.

In diesem Fall handelt sich um eine nicht angemeldete Aktion, bei der jede*r Teilnehmer*in potenziell die Akkreditierung verlieren kann. Beteiligen sich aber außerordentlich viele Menschen, ist dieser Fall allerdings eher unrealistisch.

 

Kurz vor Beginn der Aktion: Auffallend viele Personen befinden sich in der Nähe des Treffpunkts. Ein Pfiff – Unser Startzeichen! Wir versammeln uns sofort alle am Treffpunkt und beginnen mit lauten Geräuschen Aufmerksamkeit zu schaffen, Demo-Sprüche zu rufen und unsere Forderung nach Klimagerechtigkeit auszudrücken. Wir sind mehrere Hunderte. Die Stimmung ist unglaublich.

 

Doch natürlich machen die Sicherheitsbeamt*innen bei dieser Aktion nicht mit. Sie ziehen einen der vermeintlich Hauptverantwortlichen aus einem der großen Tore heraus. Aus Solidarität folgen wir alle den beiden nach draußen. Kaum befinden wir uns außerhalb der Hallen im Innenhof, positionieren sich eine Reihe Sicherheitsbeamt*innen im Tor. Die Demonstration nimmt draußen ihren Lauf. Vor allem indigene Bevölkerungsgruppen bringen ihren Missmut zum Ausdruck. Wir rufen Parolen, wir halten uns an den Händen, wir singen Lieder. Wir sind eine Gemeinschaft und wollen alle nur eins: Klimagerechtigkeit. Und während sich unser Zusammenhalt weiter stärkt, schließt sich langsam, aber sicher hinter uns das Tor. Das ist unser Rauswurf aus den Hallen des Konferenzgeländes. Jetzt gibt es wirklich kein Zurück mehr, doch das möchten wir auch gar nicht. Wir sind erfolgreich mit unserer Aktion und das ist für uns Alles, was zählt. Wir verleihen unserer Stimme starken Ausdruck, machen deutlich, wofür wir einstehen und dass der Verlauf der aktuellen Verhandlungen nicht unseren Interessen entspricht. Alles, was momentan zählt, ist ein wirkliches Zeichen zu setzen. Und damit werden wir von der UN-Polizei vom Gelände gedrängt und an die spanische Polizei übergeben, die nicht ganz sicher ist, wie sie mit so einer friedlich demonstrierenden Masse plötzlich umgehen soll. Es folgen verschiedene Ansagen, doch schlussendlich dürfen wir und alle anderen Beobachter*innen das Gelände zunächst für den Rest des Tages nicht mehr betreten.

 

Es dauert keine zehn Minuten bis auch unsere deutsche Delegation von der Situation unterrichtet ist und sich daraufhin Svenja Schulze und Karsten Sach, mit dem wir just in dem Moment eigentlich einen Termin für eine Übergabe der #myvoiceforcop25-Aktion hatten, das Gespräch mit der UNFCCC Generalsekretärin aufsuchen.

 

Update: Nach einigen kritischen Medienberichten, der Unterstützung unter anderem durch die deutsche Delegation und nächtlichen Verhandlungen zwischen Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und dem UN-Sekreteriat dürfen wir am nächsten Tag wieder offiziell das Konferenzgelände betreten...

© Bildnachweis für Foto im Header: NAJU

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