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Hintergrund: Worum geht's hier eigentlich?

Was ist ein NDC?

Die nationally determined contributions (NDCs) sind die national festgelegten Klimaschutzbeiträge zur Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2°C. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Pariser Abkommen, welches 2015 verabschiedet wurde. Das Abkommen schreibt vor, dass diese NDCs alle 5 Jahre überprüft und erhöht werden. Die erste Aktualisierung der NDC’s steht  bis zur Weltklimakonferenz 2020 an. Die Europäische Union hat ein gemeinsames NDC für alle Mitgliedsstaaten festgelegt, an das auch Deutschland gebunden ist. Momentan liegt dieses Ziel bei 40% weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 (im Vergleich zu 1990). Einige Länder haben bereits angekündigt, ihre Klimaschutzziele verschärfen zu wollen. Um als Vorreiter*in Druck auf andere Länder auszuüben, ist es wichtig, dass die EU möglichst schnell ebenfalls eine deutliche Erhöhung der Klimaschutzziele ankündigt.

 

Das offizielle Dokument findet ihr hier

Was sind Konstituierungen?

Es gibt neun Konstituierungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, kurz: UNFCCC), die sich anhand ihrer Interessen gruppieren. Diese sind: Business and industry NGOs (BINGO), Environmental NGOs (ENGO), Farmers, Indigenous peoples organizations (IPO), Local government and municipal authorities (LGMA), Research and independent NGOs (RINGO), Trade union NGOs (TUNGO), Women and Gender (WGC), and Youth NGOs (YOUNGO). Alle neun Gruppierungen haben bei den Verhandlungen ein zugesichertes Rederecht, bei dem sie in so genannten „Interventions” ihre Forderungen und Lösungsvorschläge einbringen können.
Für uns relevant sind vor allem ENGO und YOUNGO. Da wir natürlich zu den Jugendlichen gehören, sind wir Teil von YOUNGO. Der größte Akteur der ENGO’s ist das Netzwerk CAN, in dem der NABU Mitglied ist. Durch unsere Akkreditierung über den NABU sind wir damit auch Teil von CAN (ENGO).

Wofür steht CAN ?

Das Climate Action Network (CAN) ist ein weltweiter Dachverband mit über 1300 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus über 120 Ländern, um Informationen auszutauschen und gemeinsam die Globale Erwärmung auf ein vertretbares Maß zu beschränken. CAN ist hauptsächlich im Rahmen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) tätig und hat verschiedene Arbeitsgruppen, die zu Themen wie Loss&Damage, Finanzen, Energie, NDC’s und vielen weiteren Arbeiten. Die zwei wichtigsten Tools sind der jeden Morgen veröffentlichte Newsletter „ECO“, der die aktuellen Informationen zur Konferenz enthält und die Negativauszeichnung „Fossil of the Day“, die ein Land bekommt, dass die Verhandlungen blockiert oder in die falsche Richtung lenkt.
Sowohl die Tageszeitung „ECO“ als auch der „Fossil of  the Day“ haben eine lange Tradition und sind bei nahezu allen Konferenzteilnehmenden bekannt.

 

Die wichtigsten Termine für uns im Rahmen von CAN sind die täglich stattfindenden „CAN Daily“ mit den neusten Updates der Verhandlungen und „CAN Europe“, ein Strategietreffen der europäischen CAN-Mitglieder.

Was ist der Artikel 6 und warum spielt er so eine große Rolle?

Der sechste Artikel ist der einzige, zu dem auf der COP24 im vergangenen Jahr keine Einigung erzielt werden konnte. Damit ist er der letzte Artikel, der ausgearbeitet werden muss, um das Pariser Regelwerk abzuschließen. Dementsprechend steht die Ausgestaltung des Artikel 6 im Fokus der Konferenz. Er soll ermöglicht werden, um durch den Handel mit CO2-Emissionen Klimaschutzmaßnahmen in anderen Ländern finanzieren zu können. Beispielsweise soll es dann möglich sein, dass Deutschland einem anderen Land Geld für Aufforstungsmaßnahmen gibt und gleichzeitig das durch diese durchgeführte Klimaschutzmaßnahme eingesparte CO2 auf das eigene Klimaschutzziel anrechnen lassen kann. Zuvor fand solch ein Handelsmechanismus als Teil des Clean Development Mechanism (CDM) durch das  Kyoto-Protokolls statt. Die Ausgestaltung dessen spielt eine große Rolle, um erneuten Missbrauch zu vermeiden. Zurzeit wird daher über folgende Punkte diskutiert:

1. Doppelzählungen

Es gibt einzelne Länder (wie z.B. bis zuletzt Brasilien), die möchten, dass sowohl das Land, welches die Klimaschutzmaßnahme bezahlt, als auch das Land, in dem die Maßnahme durchgeführt werden, sich die Treibhausgasminderung anrechnen lassen können. Global betrachtet bedeutet dies, dass dann die Emissionsreduzierung doppelt gezählt würde. Dies muss natürlich unbedingt vermieden werden!

2. Transparenz

Wenn über den neuen Handelsmechanismus Länder Klimaschutzmaßnahmen in anderen Regionen der Welt fördern, möchten diese natürlich sicher sein, dass das Geld auch genau dort ankommt. Um diese Transparenz zu Gewährleisten, braucht es ein hohes Maß an Überwachung und Bürokratie. Vor allem Länder des globalen Südens wünschen sich größere Freiheiten und weniger Bürokratie.

3. Alte Zertifikate

Einige Länder besitzen noch Zertifikate aus dem Mechanismus des Kyoto-Protokolls, welche sie gerne in einen neuen Emissionshandel mitnehmen bzw. transferieren würden. Die Vergabe und der Kauf von Zertifikaten aus dem Kyoto-Protokoll waren allerdings problematisch und anfällig für Betrug. Dementsprechend wäre es aus Klimaschutzperspektive wichtig, dass es keinen Übertrag von alten Zertifikaten in einen neuen Handelsmechanismus gibt.

4. Zusätzlichkeit

Der angestrebte Marktmechanismus soll dazu führen, dass durch den Handel der Emissionen mit zusätzlichen Ermissionsminderungen insgesamt eine globale Emissionsminderung erzielt wird. Wie man dies erreichen kann ist sehr kompliziert und schwierig. Eine Möglichkeit besteht darin, dass sich ein bestimmter Anteil der gehandelten Emissionsmengen jeweils „gelöscht“ wird.

© Bildnachweis für Foto im Header: NAJU

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