Freiräume für Jugendliche

Neue Broschüre über die Verbandsarbeit von und mit jungen Menschen

In unserer neuen Broschüre "Freiräume für Jugendliche" finden sich vielfältige Informationen und Beispiele für die Verbandsarbeit von und mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Best Practices“ aus der praktischen Arbeit vor Ort werden genauso vorgestellt wie Grundlagen, die sich aus Satzungen und Positionen von NAJU und NABU ergeben. Die Broschüre kann kostenlos im NABU-Shop bestellt und heruntergeladen werden.

 

"Freiräume für Jugendliche" beinhaltet unter anderem ein gekürztes Interview mit Maxi und Marco von der NAJU Wetterau. Diese Jugendgruppe hat sich 2018 in Hessen gegründet und wurde aufgrund ihrer bemerkenswerten Entwicklung mit dem NAJU-Aktivenpreis 2019 ausgezeichnet. Untenstehend findet ihr das vollständige Interview mit den beiden jungen Aktiven.

„Es wäre doch cool, mal etwas für Jugendliche zu machen“

Maxi (links) und Marco (2. von links) | Foto: Axel Müller
Maxi (links) und Marco (2. von links) | Foto: Axel Müller

Wie kam es zur Gründung der NAJU Wetterau?

Marco: Wir waren alle schon ein bisschen aktiv und hatten einen Bezug über die NABU-Gruppe oder über die Eltern. Irgendwann haben wir uns dann gesagt: „Es wäre doch cool, mal etwas für Jugendliche zu machen.“ Klar, die NABU-Aktionen machen auch Spaß, aber wir wollten auch ein bisschen was anderes machen. Und dann haben wir uns an den NABU-Kreisverband gewendet und wurden da aus den verschiedenen Ecken in unserem Kreis zusammengebracht. Wir haben uns dann mal bei Maxi getroffen und unsere erste Aktion geplant.

 

Maxi: Bei Frank-Uwe, der in der Kreisgeschäftsstelle arbeitet, haben Marco und Carl-Louis mal angerufen und gefragt, ob es nicht eine Gruppe gibt. Und Frank-Uwe hat mich gefragt, ob ich auch Lust darauf hätte. So haben wir uns getroffen und über unsere Erwartungen geredet.

 

Was waren bei der Gründung die größten Herausforderungen?

Maxi: Eine große Herausforderung war es, erstmal überhaupt anzufangen. Man hört immer von Kindergruppen, bei denen die Teilnehmer*innen älter werden und nicht mehr in der Kindergruppe sein wollen. Die aber zu finden, die jetzt tatsächlich aktiv in der Jugendgruppe dabei sein wollen, ist gar nicht so einfach. Eine große Frage war auch: Wo findet das erste Mal statt? Es sollte ja relativ zentral gelegen sein, sodass man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinkommt. Und wie können wir dafür sorgen, dass möglichst viele Leute kommen? Das Gute war, dass wir Unterstützung vom NABU Wetterau bekommen haben, die für uns viel Werbung gemacht haben.


Marco: Gerade die Unterstützung vom NABU war hilfreich. Es fängt ja schon bei Dingen wie Material an. Wenn ich ein Treffen organisieren und da etwas basteln oder irgendwelche Workshops anbieten möchte, brauche ich auch Materialien dafür. Das ein oder andere kann man vielleicht irgendwo kostenlos bekommen, aber manche Sachen muss man dann doch irgendwie finanzieren beziehungsweise organisieren. Da ist es doch sehr hilfreich, wenn man eine Struktur hat, die einem da weiterhelfen kann.


Maxi: Bei den Räumlichkeiten war es eben auch wichtig, irgendetwas zu finden, was nichts kostet. Da hatten wir zwei Möglichkeiten: Einmal zum Glück die NABU-Umweltwerkstatt, aber auch – das kann ich als Tipp sagen – das örtliche Jugendhaus. Sobald Jugendverbände etwas dort machen, ist es kostenlos.

 

Also ist der NABU sehr offen und positiv mit eurer Gründung umgegangen?

Marco: Ich glaube, die haben sich sehr gefreut, dass wir Engagement zeigen und etwas machen wollen. Natürlich gibt es manchmal Sachen, die wir vielleicht ein bisschen anders machen würden, aber im Großen und Ganzen ist es wirklich sehr wichtig, dass man zusammenarbeitet. So ein Verein lebt ja auch von der Jugendarbeit und das hat der NABU bei uns begriffen. Ich weiß nicht, ob wir ohne den NABU da wären, wo wir jetzt sind mit unserer Jugendgruppe.

Foto: Frank-Uwe Pfuhl
Foto: Frank-Uwe Pfuhl

Wieso wolltet ihr eine NAJU-Gruppe sein? Es gibt ja auch andere Verbände und Engagementformen.

Marco: Mir ist praktischer Naturschutz einfach sehr wichtig. Das macht mir sehr viel Spaß und da ist die NAJU schon der führende Jugendverband. Und es ist so, dass wir vor Ort schon Strukturen hatten, mit denen wir arbeiten konnten. Der NABU ist bei uns vor Ort sehr aktiv. Wir haben viele Ortsgruppen, wir haben den Kreisverband, die Umweltwerkstatt und so weiter. Das hätte ich bei anderen Verbänden nicht gehabt. Aber man kann ja trotzdem mit denen zusammenarbeiten, das schließt sich ja nicht aus.


Maxi: Es gibt bei uns beispielsweise auch noch relativ viele aktive Pfadfindergruppen. Pfadfinden ist an sich ja auch ganz schön, hat aber eben nicht diesen Naturschutzschwerpunkt. Und sie sind meistens auch ein bisschen kirchlich angehaucht. Das wär zum Beispiel bei mir gar nichts gewesen. Und beim NABU ist sehr klar, was die Ziele sind, was jetzt bei anderen Verbänden vielleicht nicht ganz so klar ist.

 

Wo seht ihr die Unterschiede zwischen eurem NAJU-Engagement und anderen Formaten wie etwa Fridays for Future?
Marco: Bei mir ist es so, dass ich auch viel bei Fridays for Future gewesen bin und da mitorganisiert habe. Was ich einfach sehe: Die NAJU ist ein Verband mit gewissen Strukturen, mit ganz klar definierten Zielen und Ansprüchen – auch an sich selbst. So ein Verein kann sich Gehör verschaffen, der hat Ansprechpartner*innen, der wird auch gefragt. Wenn irgendwelche Maßnahmen anstehen, wird man auch – als NABU eher, aber auch die NAJU zum Teil – gefragt und das finde ich wichtig.
Und was wir halt machen ist Umweltbildung. Diese Umweltbildung ist quasi die Basis für das, was später bei Fridays for Future passiert. Erst wenn man sich bewusst ist, was schützenswert ist, erst dann wird man auch aktiv und schützt es. Und all die Menschen, die bei Fridays for Future für die Umwelt demonstrieren, machen das nur, weil ihnen der Wert und der Sinn dahinter wichtig sind.


Maxi: Ich glaube Fridays for Future ist sehr global, das betrifft ja sozusagen die ganze Welt. Wir machen dagegen auch viel Regionales. Ich glaube, da sind ein bisschen andere Ziele dahinter. Während es bei Fridays for Future besonders große politische Ziele sind, fängt es bei uns ja in der Kommune an. Und wir sind, glaube ich, einfach ein bisschen aktiver als Fridays for Future, die halt, klar, Demonstrieren gehen. Aber wir sind sehr vielfältig in dem, was wir tun. Wir gehen ja auch bei Fridays for Future oft mitdemonstrieren, machen aber auch noch viel anderes.

 

Was habt ihr für die Zukunft geplant?
Maxi: Dass wir eine noch größere und stärkere Gruppe werden. Es ist ja ein bisschen so: Viele Menschen haben das Umweltwissen, aber das Verhalten ist noch nicht da. Und ich würde sagen, das ist das Gute bei der NAJU: Dass man dieses Verhalten aktivieren kann, es zur Routine werden zu lassen. Und je mehr Leute man mit in die Gruppe bringt, desto aktiver werden die Leute.


Was wäre ein Tipp für andere, die auch eine Gruppe gründen wollen?
Marco: Die Strukturen vor Ort zu nutzen! Dass man wirklich guckt: Was gibt es denn schon? Gibt es Leute vom NABU, die irgendetwas machen? Und dass man mit denen spricht und Hilfestellungen bekommt, sei es mit Tipps, mit finanzieller Unterstützung oder mit Kontakten.


Maxi: Ja, ich würde Marco da voll zustimmen. Diese Strukturen zu nutzen ist das, was so vieles vereinfacht.

Die NAJU vor Ort

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