Biodiversität ist alles

Die wichtigsten Fakten zur Artenvielfalt

Hintergrund Biologische Vielfalt
NAJU

Eigentlich läuft man ihr permanent über den Weg, man tummelt sich in ihr oder bedient sich ihrer Schätze. Und trotzdem ist Biodiversität ein weithin unbekannter Begriff.

 

Per Definition versteht man unter Biodiversität, oder auch einfach biologische Vielfalt, die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb der Arten. So langweilig sich diese Definition auch erstmal anhört, Biologische Vielfalt ist eine der Grundvoraussetzung der Natur, in der wir leben. Die drei Ebenen der Vielfalt bedingen sich gegenseitig und bilden ein komplexes ökologisches Wirkungsgefüge: Eine Art hängt häufig von der anderen ab und das Aussterben der einen, kann zum Verlust der anderen führen - Komplexe Ökosysteme erfordern Artenreichtum, Artenreichtum erfordert genetische Vielfalt. Und umgekehrt. Je ausgeprägter beispielsweise die genetische Vielfalt ist, desto flexibler können Pflanzen und Tiere auf Veränderungen der Umwelt reagieren, sich anpassen oder entwickeln. Hätte es vor der Eiszeit lediglich Dinosaurier gegeben, wäre unser Planet jetzt ziemlich leblos.

 

Die Anpassungsfähigkeit der Natur ist allerdings begrenzt – die Entwicklung von Arten benötigt oft mehrere tausend Jahre. Neben den bereits bestehenden Belastungen für die Natur, wie intensive Landnutzung, die Verschmutzung der Umwelt sowie die Übernutzung natürlicher Ressourcen, muss sich die Natur – und somit auch die verschiedenen Arten - nun auf den vom Menschen verursachten Klimawandel einstellen. Aufgrund steigender Temperaturen, niedrigerer Niederschläge oder sich verändernder Vegetationsperioden müssen sich viele Arten neue Lebensräume erschließen. Oder sich den neuen Bedingungen anpassen – doch das kostet Zeit, die der rasante Klimawandel vielen der bis dato 1,8 Millionen bekannten Arten nicht lässt. Hinzu kommt, dass die so genannte grüne Gentechnik heutzutage versucht, gezielte Eingriffe in das Erbgut von Pflanzen vorzunehmen. Ziel gentechnischer Anwendungen sei unter anderem die Verbesserung des Saatgutes. Doch neben ethisch-moralischen Problemen besteht beispielsweise die Gefahr, dass die veränderten Gene ungewollt auf andere natürliche Pflanzen gleicher oder gar anderer Art übertragen werden, zum Beispiel durch Pollenflug. Eine solche abrupte Veränderung der genetischen Eigenschaften bedeutet für viele Arten eine Umstellung, die sie nicht bewältigen können und somit vom Aussterben bedroht sind.

 

Neben dem ohnehin bedrohlichen Rückgang der Artenvielfalt - bereits heute sind circa 15.500 Arten vom Aussterben bedroht – hat auch die Veränderung des Klimas massive Auswirkungen auf die Artenvielfalt der Erde. Das ökologische Gleichgewicht, so sind sich Forscher und auch Politiker einig, gerät ins Wanken. Da die globale Lebensmittelversorgung zu einem erheblichen Teil auf intakten Ökosystemen beruht, ist auch der Mensch hiervon unmittelbar betroffen. Die besondere Brisanz des Themas kann man auch daran erkennen, dass die 9. UN-Naturschutzkonferenz im kommenden Mai in Bonn dem Erhalt der Biologischen Vielfalt eine besondere Bedeutung zuspricht und somit verdeutlicht, dass dies neben dem Schutz des Weltklimas eine besondere und nur gemeinsam zu bewältigende Herausforderung darstellt.

 

Mehr Hintergrundinfos gibt es hier: www.NAJU-Wiki.de/index.php/Biodiversität

Das Projekt "Voice for Biodiv" wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

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