NAJU-Position zu Erneuerbaren Energien

Definition und Bedeutung für die NAJU

Als Erneuerbare Energien bezeichnet man die Energiegewinnung mit Hilfe von Wasser, Wind, nachwachsenden Rohstoffen, Sonne und Geothermie. Sie gelten als unerschöpflich. Im Gegensatz dazu sind konventionelle Energieträger wie Kohle, Gas, Öl oder Atomenergie nicht nur in absehbarer Zeit verbraucht, sondern hinterlassen den nachfolgenden Generationen auch noch wesentliche Probleme. 

 

Aus Verantwortung für die heutige und für künftige Generationen steht die NAJU für eine sichere und saubere Energieversorgung. Die Energieversorgung in Deutschland muss so schnell wie möglich und vollständig auf Erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Zusätzlich fordern wir die politischen Entscheidungsträger auf, sich für eine entsprechende europäische und weltweite Umstellungsstrategie einzusetzen. Energiesparen und eine massive Steigerung der Energieeffizienz müssen im Zentrum der Energiewende stehen.

Um dies zu erreichen, fordern wir:

 

1. die vollständige Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energiequellen vor 2050;

2. einen umweltverträglichen Netzausbau, der eine dezentrale Stromversorgung ermöglicht;

3. die konsequente Berücksichtigung von Naturschutzvorgaben beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und der benötigten Netze;

4. eine gerechte Subventionierung von Erneuerbarer Energiegewinnung, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurriert;

5. eine ausgewogene und umweltverträgliche Förderung von Offshore-und Onshore-Windenergieanlagen;

6. einen Baustopp für Kohlekraftwerke und -förderungsanlagen sowie eine sofortige Einstellung der Subventionierung von Kohle in 

    Deutschland;

7. eine erhöhte Förderung von unabhängiger Forschung im Bereich der Erneuerbaren Energien. 

 

Begründungen:

Eine vollständige Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien ist nötig, da die konventionellen Energieträger nicht in eine nachhaltige Gesellschaft passen. Mit Blick auf die künftigen Generationen ist es nicht verantwortbar unseren Planeten weiterhin mit klimaschädlichen Emissionen und anderen giftigen Abfallprodukten, wie beispielsweise Atommüll, zu verschmutzen. Dafür ist ein schnelles, gemeinsames und engagiertes Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Interessen künftiger Generationen und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen müssen die zentralen Leitprinzipien der Energiewende sein.

 

Zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende gehört ein Ausbau des Stromnetzes, um eine dezentrale Energieversorgung zu ermöglichen. Die bisherige Struktur des Netzes ist nur auf die Bedürfnisse weniger Großunternehmen zugeschnitten und erschwert es alternativen Anbietern zur Energieversorgung beizutragen. Trotz der nötigen Ausbaumaßnahmen muss es eine sinnvolle Abwägung zwischen Umweltschutz und Energieversorgung geben. Die Ziele des Naturschutzes und der Energiewende dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern müssen zwingend in Einklang gebracht werden. Die Belange der Ökosysteme dürfen dabei nicht unter ökonomischen Interessen leiden und müssen gewahrt bleiben.

 

Um die Erneuerbaren Energien weiter auszubauen, ist eine verlässliche Förderung durch den Staat notwendig. Dazu gehören insbesondere ökologisch sinnvolle Subventionen für Erneuerbarer Energiequellen und das Beenden der Bezuschussung von klimaschädlichen Technologien, beispielsweise Kohleverstromung. Eine gerechte Aufteilung von staatlichen Fördermitteln sollte gewährleistet sein, damit auch kleine und mittlere Unternehmen an der dezentralen Energieversorgung von morgen teilhaben können. Für eine leistungsfähige Versorgung mit Energie aus Erneuerbaren Quellen ist es dabei nötig auch das „Repowering“ zu fördern. Darunter versteht man den Austausch alter durch neue Anlagen, die einen höheren Effizienzgrad aufweisen.

 

Kohlekraftwerke passen, genau wie Atomkraftwerke, nicht zur Erneuerbaren Energieversorgung von morgen. Diese Großkraftwerke können den flexiblen Ansprüchen von Erneuerbaren Energien nicht gerecht werden. Daher ist es unverantwortlich neue Kohlekraftwerke zu bauen. Ebenso ist es auch aus naturschutzfachlichen und sozialen Gründen nicht verantwortbar neue Gebiete zur Kohleförderung zu erschließen. Im Interesse zukünftiger Generationen muss die Subventionierung von Kohle in Deutschland sofort beendet werden, da hiermit eine umweltschädliche und unwirtschaftliche Energieform erhalten wird.

 

Die Ziele und Maßnahmen der Energiewende müssen regelmäßig überprüft und dem neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung angepasst werden. Für diesen Zweck ist es unerlässlich, dass es von Wirtschaft und Politik unabhängige Forschungen in den betreffenden Bereichen gibt. Es muss sichergestellt werden, dass diese Forschungen mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet sind.

Beschlossen auf der Bundesdelegiertenversammlung der NAJU am 06.10.2012 in Bremen.

Das Positionspapier zum Download

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